100 Jahre Könizer Parlament

Am kommenden Freitag, 17. Januar 2020 hält das Parlament seine erste Sitzung des Jahres ab. Es ist jeweils ein besonderer Anlass: Das Parlamentspräsidium wird gewählt und anschliessend findet die Parlamentsfeier statt. Doch nicht nur die erste Sitzung, sondern das ganze Jahr wird speziell: Das Könizer Parlament feiert sein 100-jähriges Bestehen.

Die designierte Präsidentin Cathrine Liechti stellte die Parlamentsfeier 2020 unter das stimmige Motto «Die Goldenen Zwanziger». Als wir die Einladung erhielten, staunten wir nicht schlecht, denn da stand ein Dresscode. "Wie vor 100 Jahren" sollen wir erscheinen. Die Kostüm- und Trachtenverleihe in und um Köniz sollen in den letzten Tagen gut frequentiert gewesen sein, - die Gerüchteküche brodelt. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich das Parlament und der Gemeinderat bei Beginn der Sitzung präsentieren. Auch ich war natürlich nicht untätig und habe bereits die erste Wette abgeschlossen, dass man(n) mich nicht auf den ersten Blick erkennen wird. Die Parlamentssitzung findet übrigens ausnahmsweise im Gemeindehaus statt und ist – wie alle Parlamentssitzungen – öffentlich.

Zum 100-jährigen Bestehen wurden in den letzten Wochen viele Informationen auf der Website des Parlaments  aufgeschaltet. Dort entnehme ich, dass das Parlament im Jahr 1920 mit 18 Mitgliedern der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei und 12 Sozialdemokraten in die erste Legislatur startete. Die Sitzungen fanden im Schulhaus Köniz statt, örtlich also gar nicht so weit weg vom heutigen Rossstall. Erster Parlamentspräsident war Albert Michel aus Gasel.

Die designierte Parlamentspräsidentin Cathrine Liechti ist die 14. Frau im Amt – und aktuell auch das jüngste Mitglied des Könizer Parlaments. Zudem ist sie die erste JUSO, die dieses Amt in Köniz bekleidet. Als Gemeindepräsidentin freue ich mich, dass die SP Köniz mit Cathrine Liechti auf eine junge Politikerin setzt. Viele Entscheide, die im Parlament gefällt werden, betreffen die kommenden Generationen. Da ist es nur recht und billig, wenn junge Politikerinnen und Politiker mitreden und früh Verantwortung übernehmen.

Wenn ich am Freitag Cathrine Liechti stolz zu Wahl und Amt gratuliere, werde ich bestimmt kurz an den 18. November 2016 zurückdenken. An der Medienkonferenz zu den Gemeinderatswahlen 2017 hörte ich, wie Cathrine Liechti vom Journalisten einer grossen Berner Zeitung gefragt wurde, ob sie die "Alibi-Junge" sei. Cathrine antwortete damals gelassen, sie vertrete die junge Generation. Na, noch Fragen?

(Bild: Köniz Zentrum und Schloss, 1922)

 

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