Ein Häppchen Archäologie

Meistens geht es in der Archäologie um Dinge, die Tausende von Jahren alt sind. Da mutet der 50. Geburtstag des archäologischen Dienstes des Kantons Bern schon eher wie ein Kindergeburtstag an. Dies wollte ich letzten Freitag zum Schluss meines Grussworts zur Eröffnung der Wanderausstellung in Köniz zum Ausdruck bringen, als ich Regierungsrätin Christine Häsler und dem Kantonsarchäologen Adriano Boschetti als Geburtstagskuchen einen kleinen Muffin mit einem einzigen Kerzlein überreichte: ein Häppchen – und damit meine ich die Jahre und nicht die geleistete Arbeit - im Vergleich zu der Grössenordnung der Archäologie.

Ein weitaus kostbareres Häppchen Archäologie kann noch bis am 28. August im Liebefeld Park besichtigt werden. Neben dem Bistro stehen zwei rote Container, worin sich ein kurzer Überblick über die vergangenen 50 Jahre des Archäologischen Dienstes befindet. Zu bewundern gibt es auch einige ausgewählte Fundstücke, unter anderem eine wunderbare Gürtelgarnitur – entdeckt in einem Grab im frühmittelalterlichen Gräberfeld in Oberwangen. Auch ein auch goldener Fingerring ist ausgestellt, der ebenfalls auf Könizer Gemeindegebiet gefunden wurde.
Beim Betrachten wurde mir eindrücklich bewusst, dass bereits vor Hunderten, ja Tausenden Jahren Menschen auf dem heutigen Gebiet von Köniz heimisch waren und ihre Spuren hinterliessen, die heute Archäologinnen und Archäologen zu ergründen versuchen. Und unweigerlich fragte ich mich natürlich, welche «Fundstücke» von uns wohl einmal ausgegraben werden.

Die roten Container sind bis am 28. August jeweils von Mittwoch bis Samstag 11-18 Uhr (Donnerstag bis 19 Uhr) geöffnet.

Zum 50. Geburtstag des archäologischen Dienstes des Kantons Bern erschien ein interessantes Werk, das auch online verfügbar ist. Der Artikel zur Gürtelgarnitur aus Oberwangen befindet sich auf S. 123ff.

(Bild: Daniel Marchand, Archäologischer Dienst des Kantons Bern)

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