Grosse Lastwagenpneus neben Kunst - Street Art in Niederwangen

Immer wieder hatte ich von «der Kunst bei Pneu-Fahrni» gehört. Dass die Kombination «Kunst und Pneu» in der Tat etwas Spezielles ist, merkte ich bei meinem ersten Besuch im vergangenen Herbst rasch: Der Chef, Oliver Fahrni ist ein begeisterter und begeisternder Unternehmer und Galerist.

Rasch zog er uns bei einer Führung in seinen Bann – zuerst mit Erklärungen zur Runderneuerung von Lastwagen- und Busreifen. So bestückt die Firma nebst vielen anderen die Pneus von sämtlichen Bern Mobil Bussen bis zu dreimal mit neuen Profilen, was bedeutend umweltfreundlicher ist als der Ersatz des gesamten Reifens. Ein aufwändiger Vorgang, der eine Reduktion des Erdölbedarfs zwischen 70 und 100 Liter pro Reifen bewirkt. Gleichzeitig wird so zudem die Menge an Altreifen reduziert. «Kunst für die Strassen», so quasi.
Nach dem Aufstieg durch das Treppenhaus – der Aufstieg über die Gittertreppe ist nur für Schwindelfreie empfehlenswert – dann die Kunst. Im wahrsten Sinne des Wortes überwältigende Kunst, denn der grosse, lichte Raum, die «zone contémporaine» ist vor allem eins: eine 140m2 grosse Wand. Aktuell ist in der zone contomporaine die Wandarbeit des norwegischen Künstlers Anders Gjennestad zu sehen. Seine tanzenden Figuren scheinen die Schwerkraft zu überwinden, plötzlich glaubte ich die weisse Wand als eine Bodenfläche zu sehen – eine perfekte optische Täuschung, die die Fantasie anregt und fasziniert.
Gemeindepräsidentin musste ich werden, bis ich die «Kunst bei Pneu Fahrni» entdeckte, gestand ich mir im Herbst heimlich und zugegebenermassen ein bisschen zerknirscht. Warten Sie nicht so lange, denn schon bald wird die Wand wieder übermalt, um Platz zu machen für das nächste Wandbild.
Hingehen lohnt sich – jedes Mal wieder. Das Wandbild von Anders Gjennestad ist noch bis am bis 29. Februar 2020 zu sehen



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