JA zum Vaterschaftsurlaub

„Du hast Glück – dein Mann hilft dir viel mit den Kindern“. Diesen Satz hörte ich häufig. Es stimmt, die strengen Zeiten meisterten wir gemeinsam: drei kleine Kinder, mein Jus-Studium und die Berufstätigkeit meines Mannes. Das alles galt es unter einen Hut zu bringen.

Trotzdem ist dieser Satz im Ansatz falsch: ein Vater „hilft nicht mit den Kindern“. Die Verantwortung tragen Vater und Mutter zu gleichen Teilen. Natürlich können die Eltern ein Familienmodell wählen, wo ein Elternteil mehr Zeit mit den Kindern verbringt. Das ändert jedoch nichts an der Verantwortung. Doch leider scheint es in unserer Gesellschaft in Stein gemeisselt zu sein, dass die Mutter „das besser kann, es deshalb logischerweise auch macht und dafür die Verantwortung übernimmt.“

Die Einführung eines zweiwöchigen Vaterschaftsurlaubs stellt für mich deshalb einen ersten wichtigen Schritt dar: Das konkrete Mittragen der Verantwortung wird in der Bundesverfassung verankert, indem die Vaterschaft explizit erwähnt wird. Dafür kämpfe ich seit Beginn meiner politischen Karriere. 2007 war ich Erstunterzeichnende des SP Postulats für einen 15-tägigen Vaterschaftsurlaub für Verwaltungsmitarbeitende in der Gemeinde Köniz. 2012 führte die Gemeinde diesen ein, allerdings verkürzt auf 10 Tage. Dass dies nach 13 Jahren nun gesamtschweizerischer Standard werden soll, freut mich sehr.

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