Könizerinnen und Könizer, lasst euch das nicht entgehen!

Nun sind es schon fünf Jahre her, seit Annemarie Berlinger und ich 2012 gleichzeitig Parlamentspräsidentinnen waren. Annemarie leitete den Grossen Gemeinderat von Köniz, ich den Stadtrat von Bern. Schon im Vorjahr – so ein Präsidialjahr will ja vorbereitet sein – trafen wir uns regelmässig, um uns auszutauschen. Meistens über die Mittagspause bei einem Sandwich in einem Park. Wir setzten uns gemeinsam mit der neuen Aufgabe auseinander: Wie können wir den Rat optimal führen? Welche Impulse wollen wir geben als Präsidentinnen? Was können wir tun für die Zusammenarbeit unserer Gemeinden?

Diese Momente des Reflektierens, aber auch des zusammen Lachens und der herzlichen Freundschaft werde ich nie mehr vergessen. Es war so inspirierend und immer konstruktiv, mit Annemarie etwas zu besprechen.

Das «Tandem» von 2012: Parlamentspräsidentin Annemarie Berlinger (rechts) und Stadtratspräsidentin Ursula Marti vor dem Berner Rathaus.

 

Bei diesen Gesprächen stellten Annemarie und ich fest, dass sich die Könizer und Berner Parlamentarierinnen und Parlamentarier kaum kannten, nicht einmal, wenn sie in der gleichen Partei waren. Und dabei teilen unsere Gemeinden so vieles! Bei gemeindeübergreifenden Geschäften ist es doch am einfachsten, kurz ein Telefon zu machen oder sich zu treffen, um gemeinsame Lösungen zu finden. Damit das in Zukunft öfters geschieht, wollten wir mit gegenseitigen Parlamentsbesuchen erreichen, dass man sich persönlich kennenlernt.

 

So besuchten im Jahr 2012 das Könizer Parlament den Stadtrat und umgekehrt. Die Parlamentsmitglieder staunten nicht schlecht, wie unterschiedlich die Sitzungskulturen waren. «Laut, frech, unruhig, alle laufen rum», hiess es von den Bernern, «gesittet, viel zu ruhig, etwas langweilig» hiess es von den Könizern.

Politisch und argumentativ fand man hingegen keine grossen Unterschiede. Die Treffen boten viel Raum für das gegenseitige Kennenlernen, etwa bei einem Apéro im Berner Rathaus oder bei Wurst und Bier im Könizer Schlosshof. Dabei überwog das Gemeinsame klar und es bestand ein grosses Interesse von beiden Seiten, fortan enger zusammenzuarbeiten. Es ist schön, festzustellen, dass dies auch gelang, auch wenn durchaus noch Ausbaupotenzial besteht.

Annemarie und ich sind seither freundschaftlich verbunden und ich freue mich riesig, dass sie Gemeindepräsidentin werden will. Sie wird eine wunderbare, engagierte, bodenständige, ernsthafte, konstruktive, kollegiale Gemeindepräsidentin sein. Könizerinnen und Könizer, lasst euch das nicht entgehen!

Ursula Marti ist Präsidentin der SP Kanton Bern und wechselte 2013 vom Stadtrat ins Kantonsparlament.

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