Mehr Köniz – auch für Zürich

Annemarie Berlinger soll Stadtpräsidentin werden. Köniz – fast 42’000 Einwohner und Einwohnerinnen. Das ist doch eine Stadt? Wie oft hat Annemarie Berlinger das wohl schon erklärt? Dass Köniz zwar flächenmässig mehr als halb so gross sei wie die Stadt Zürich, aber nur rund ein Zehntel von dessen EinwohnerInnen zähle. Dass die Gemeinde aus einem grossen ländlichen Teil bestehe, während sich das urbane Zentrum eng an die Hauptstadt anschmiege.

 

Okay. Präsidentin der Gemeinde soll sie werden und bei ihr heisst das Gemeindepräsidentin. Bei uns heisst die Präsidentin der Gemeinde Zürich Stadtpräsidentin. Sei’s drum, es braucht beide. Es ist eine Aufgabe, die Fingerspitzengefühl erfordert. Dass sie darüber verfügt, hat Annemarie Berlinger in der Vergangenheit bewiesen. Sie ist bereit, hinzustehen und Verantwortung zu übernehmen. Sie hört genau zu, auch wenn die Emotionen hochgehen. Dabei kommt ihr sicherlich ihre Ausbildung zur Mediatorin zu Gute.

Als Zürcher Stadträtin stehe ich dem Gesundheits- und Umweltdepartement vor. Eines unserer Themen lautet: Wie schaffen wir einen vernünftigeren Umgang mit Cannabis? Daran arbeiten wir mit der Stadt Bern (und der zuständigen Gemeinderätin), mit Genf, mit Basel. Zusammen sind die Städte stark genug, um etwas in Bewegung zu setzen. Umso besser, dass sich auch Lausanne und Luzern dafür interessieren. Und eben Köniz! «Das passt», dachte ich mir. Köniz geht offen auf Neues zu, bringt sich ein, gestaltet mit. Miteinander sind die Städte stärker in dieser Schweiz, wo ein ganzer Kanton kleiner sein kann als die Gemeinde Köniz.

Dafür braucht es die richtige Präsidentin. Wer ihre Kampagne studiert, erkennt, dass sie das nötige Rüstzeug dazu mitbringt. Es ist eine kluge Kampagne. Sie hat sich innerhalb der politischen Landschaft umgeschaut: Was taten die anderen städtischen Sektionen, was hat sich in der Vergangenheit bewährt, was passt zu ihr? Wer so eine Wahlkampagne betreibt – durchdacht und weitsichtig sowie überzeugend geplant, hat das Zeug zur Gemeindepräsidentin. Sie beweist damit, dass sie eine Teamplayerin ist und für die ganze Sache unterwegs ist. In grossen und kleinen Städten müssen solche Menschen mit Führung betraut werden, dann kann die Schweiz mehr!

Herzlich, Claudia Nielsen

 

Claudia Nielsen ist Zürcher Stadträtin und steht seit 2010 dem Gesundheits- und Umweltdepartement vor.

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