Von der Landesgrenze bis nach Wabern

Während Trump kurzerhand Grönland kaufen will, um die Landesgrenzen neu zu definieren, geschieht das zwischen der Schweiz und Italien fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Oberhalb von Zermatt verschiebt sich die Grenze nämlich so quasi von selbst. Oder präziser: Sie tut dies aufgrund des Klimawandels.

Bis anhin war die Grenze in jenem Gebiet so definiert, dass sie entlang der Wasserscheide verlief. Mit dem Abschmelzen des Gletschers hat sich diese nun aber verschoben und ergo auch die Landesgrenze.
Und das wiederum hat Auswirkungen bis in die Gemeinde Köniz, genauer in den Ortsteil Wabern. Denn dort steht das Bundesamt für Landestopographie das neben den Landeskarten auch für die Landesgrenzen zuständig ist. Neben der sauberen Buchführung über die Grenzsteine gilt es da auch, Lösungen zu suchen für sich verschiebende Grenzen. Die Laiin fragte sich anfänglich, ob das so weit oben in den Bergen, wo Fels und Eis dominieren, überhaupt gross ins Gewicht falle. Doch die neue Grenzführung muss in einem Staatsvertrag festgelegt werden, der in der Zuständigkeit des Bundesrats liegt. Denn in der Bergwelt zwischen dem kleinen und dem grossen Matterhorn befindet sich eine ganze Reihe von Gebäuden. Und gerade bei Bauten ist es wichtig, zu wissen, welches Land zuständig ist, wer beispielsweise eine Baubewilligung erteilt oder in welcher Währung in einer Berghütte bezahlt werden muss.

Dass das Bundesamt für Landestopografie im Rahmen der «Tage des Denkmals» am 13. September 2019 eine Führung (je in deutscher und französischer Sprache!) anbietet, mag auf den ersten Blick wiederum erstaunen. Doch die Sammlung von alten Fotografien und Karten dient als wertvolles Kulturgut, wenn es gilt, den Blick auf Vergangenes zu bewahren. Oder wie Bundesrat Berset im Vorwort des diesjährigen Programms zu den europäischen Tagen des Denkmals sehr schön schreibt: «Unsere Zukunft formt sich nicht aus sich selber. Es ist das Wissen über unsere eigene Herkunft, das uns auf dem Weg in die Zukunft leitet. Nicht indem wir die Vergangenheit verklären und uns in die «guten alten Zeiten» zurückwünschen, sondern indem wir zu verstehen versuchen, wie wir zu denen wurden, die wir heute sind.“

 

 

 

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